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14.10.2008, 11:29 Uhr | Übersicht | Drucken
"Bundespolitisch keinen Plan B!"

Matthias Hittmeyer im Interview mit dem Syker Kurier vom 9. Oktober.

Matthias Hittmeyer setzt auf Sieg: Der Schwarmer Christdemokrat will Rolf Kramer (SPD) 2009 herausfordern

Jung, ehrgeizig und erfolgreich. Matthias Hittmeyer, Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbands Bruchhausen-Vilsen und stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender, will bei der Bundestagswahl 2009 kandidieren. Bevor es soweit ist, muss der 28-jährige Versicherungskaufmann aus Schwarme noch die Parteibasis in drei Vorstellungsrunden von sich überzeugen und bei der Urwahl am 27. Oktober die meisten Stimmen holen. Im Interview mit unserem Redakteur Jörn Dirk Zweibrock spricht Matthias Hittmeyer über seine bisherige politische Karriere, den Mittelstand und warum er manchmal in eine andere Welt eintaucht.

Frage: Herr Hittmeyer, Sie sind 1999 mit 19 Jahren in die CDU eingetreten. In diesem Alter gehen die meisten zu den Jusos? Warum Sie nicht?

Matthias Hittmeyer: Das kann ich so nicht bestätigen. Die Junge Union ist die mitgliederstärkste politische Jugendorganisation. Ich bin aus tiefster Überzeugung Mitglied bei den Christdemokraten geworden. Ich konnte damals nicht verstehen, dass Gerhard Schröder Bundeskanzler geworden ist. Helmut Kohl ist der Architekt der Deutschen Einheit. Die Deutsche Einheit war das politische Ereignis, welches ich trotz meines jungen Alters sehr bewusst wahrgenommen habe und welches mich geprägt hat. Darum hat mich seine Abwahl zu einem Engagement in der CDU bewogen.


Vom Vorsitzenden der Jungen Union Bruchhausen-Vilsen bis zum stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden - Sie haben eine steile Karriere innerhalb der Partei hingelegt...

Genau. Seit sieben Jahren sitze ich im Rat der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, bin seit 2003 Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbands Bruchhausen-Vilsen. Und seit 2006 stellvertretender Schwarmer Bürgermeister.


Warum soll die Partei-Basis Sie am 27. Oktober in der Bassumer Sporthalle als Kandidat für die Bundestagswahl 2009 nominieren?

Weil der Wahlkreis Diepholz/Nienburg I frische Leute braucht, die Wechselwähler für sich gewinnen können und nicht im Verdacht stehen, durch politische Seilschaften in Verantwortung gekommen zu sein. Ich lebe im Wahlkreis, arbeite dort, bin als Kommunal- und Kreispolitiker viel unterwegs, fest im Mittelstand verankert und trotz meines jungen Alters politisch erfahren. Das sind gute Vorraussetzungen für einen erfolgreichen Wahlkampf und eine erfolgreiche Wahlkreisarbeit.


2005 ist diese Rechnung nicht aufgegangen. Wird beim zweiten Versuch alles anders?

Daran arbeite ich. Das Kandidaten-Tableau hat sich verändert, waren es vor vier Jahren noch neun Kandidaten, sind es jetzt nur noch drei. Das erschwert zwar zum einen die Mobilisierung zur Urwahl, erleichtert aber den Mitgliedern die Kandidaten besser voneinander zu unterscheiden.


Was ist, wenn es diesmal wieder nicht klappt?

Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich setze alles auf Sieg. Jetzt oder nie. Ich habe aber bundespolitisch keinen Plan B. Sollte ich aber von meiner Partei aufgestellt werden und es am Wahlabend nicht reichen, übernehme ich dafür selbstverständlich die politische Verantwortung.


Die Entlastung der Arbeitnehmer und des Mittelstandes ist Ihr Thema Nummer eins. Angenommen, Sie gewinnen das Direktmandat, in welche Ausschüsse des Deutschen Bundestags zieht es Sie?

In die Ausschüsse, die sich mit Wirtschafts- und Sozialpolitik beschäftigen. Als Selbstständiger kenne ich mich in diesen Bereichen gut aus. Nach der Bundestagswahl 2009 muss die neue Regierung sofort Reformen im Bereich Steuern und Krankenversicherung anpacken. Die Politik muss sich endlich um die Leistungsträger unserer Gesellschaft kümmern. Es kann nicht sein, dass den Menschen, die morgens aufstehen und mit Arbeit ihre Familie ernähren, immer mehr zugemutet wird. Sie müssen wieder in den Fokus der Bundespolitik rücken. Mehr Netto vom Brutto - das ist die Devise!


Diepholz ist vor einigen Jahren zum mittelstandsfreundlichsten Landkreis Niedersachsens ausgezeichnet worden...

Genau. Nicht Großkonzerne, sondern der Mittelstand schaffen die Arbeitsplätze in unserer Region. Kommunal- und Landespolitik leisten ihren Beitrag. Die Bundesregierung muss noch mehr tun. Das ist in der Großen Koalition nur unzureichend möglich und geht am besten in einer Koalition mit den Freunden der FDP. Dafür möchte ich kämpfen.


Was würden Sie Bundeskanzlerin Angela Merkel raten, wenn sie dürften?

Dass sie die Änderungen bei der Pendlerpauschale rückgängig macht und Friedrich Merz in den kommenden Wahlkampf als Fachmann für Finanz- und Wirtschaftsfragen einbindet. Er wäre wichtig, um den Mittelstand besser an die CDU zu binden.


Sie haben ein sehr gutes Verhältnis zu David McAllister. Ministerpräsident Christian Wulff ist eher der Distanziertere und CDU-Landeschef McAllister der Menschenfänger?

So könnte man das sagen. Das ist ähnlich wie damals bei Ernst Albrecht und CDU-Landeschef Wilfried Hasselmann. Hasselmann hat mal gesagt: "Albrecht sitzt im Schaufenster und winkt, und er(Hasselmann) zapft hinten das Bier". Die Mischung Wulff/McAllister kommt dem sehr nahe und ist Garant für den Erfolg der CDU Niedersachsen. Ich trinke nach Veranstaltungen im übrigen auch gerne noch ein Bier mit den Leuten. Das ist unerlässlich, um zu hören was die Menschen bewegt.


Entscheiden sich die CDU-Mitglieder bei der Urwahl für Sie, haben Sie noch genau elf Monate Zeit, Wahlkampf für sich zu machen...

Dann müssen wir richtig Dampf machen. Rolf Kramer verfügt als amtierender Bundestagsabgeordneter naturgemäß über die größere Bekanntheit. Der Wahlkreis muss elf Monate intensiv beackert werden, u.a. auch durch Hausbesuche. Dadurch sind gerade in den Nordgemeinden beeindruckende Erfolge erzielt worden - gerade aktuell durch Frank Mindermann.


Was macht ein vielbeschäftigter Nachwuchspolitiker in seiner Freizeit?

Ich bin fußballbegeistert, gehe viel joggen, Badminton spielen und tauche leidenschaftlich gerne in Hemmoor, der Ostsee oder dem Roten Meer. Mit dem Tauchen ist es wie mit der Politik. Einmal damit angefangen, kann man nur schwer wieder damit aufhören. Alles zusammen gibt mir Kraft für die bevorstehenden Aufgaben.



Zusatzinformationen zum Download
interview.pdf
 


aktualisiert von Matthias Hittmeyer, 14.10.2008, 11:54 Uhr


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